Alkohol-Opferbilanz könnte heuer höher ausfallen
“Gerade in der Vorweihnachtszeit haben Adventmärkte, Punschstände und diverse Feiern Hochkonjunktur”, weiß Verkehrspsychologin Dora Donosa vom Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring-Club ÖAMTC. Im Vorjahr gab es auf Österreichs Straßen 2.579 Alkoholunfälle, 3.565 Personen wurden dabei verletzt, 56 Menschen getötet. Allein im Dezember passierten 219 Alkoholunfälle. Damit ist dieser Monat, gemessen am Gesamtunfallgeschehen, der unfallträchtigste bei alkoholbedingten Unfällen. “In diesem Jahr wird die Opferbilanz möglicherweise höher ausfallen”, so die ÖAMTC Expertin. Bis September diesen Jahres stieg die Zahl der Alkoholunfälle und Verletzten um zehn Prozent, 39 Personen wurden getötet – das sind um acht mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei 0,5 Promille Alkohol im Blut ist die Unfallgefahr doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand. Bei 0,8 Promille steigt die Gefahr bereits um das Vierfache. “Mit 1,2 Promille ist die Wahrscheinlichkeit eines kapitalen Crashs sogar zwölf Mal höher”, erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Es kommt zu einer deutlichen Verlängerung der Reaktionszeit, Abstand und Geschwindigkeit werden falsch eingeschätzt, das Blickfeld beginnt sich immer mehr einzuengen. Die Hell-Dunkel-Anpassung der Augen ist verlangsamt. Dadurch entsteht eine erhöhte Blendempfindlichkeit durch entgegenkommende Fahrzeuge. Risikobereitschaft und vor allem Selbstüberschätzung nehmen zu.
Tipps der ÖAMTC-Expertin, damit man sicher nach Hause kommt
- Vorher eine kluge Entscheidung treffen – entweder trinken oder fahren: Wenn man noch mit dem Auto fahren muss, am besten ganz auf Alkohol verzichten. Oder: Falls man was trinken möchte, das Auto gleich zu Hause stehen lassen. “Man kann dann den Abend ohne ständiges Abwägen genießen und erspart sich die Abholung des Fahrzeugs am nächsten Tag”, so die ÖAMTC-Expertin.
- Fahrgemeinschaften bilden: Einer bleibt nüchtern und bringt alle anderen sicher nach Hause. “Es wäre zum Beispiel eine nette Geste, den Fahrer als Anerkennung auf seine alkoholfreien Getränke einladen”, schlägt Donosa vor.
- Bei vorhersehbaren Situationen wie der Weihnachtsfeier kann man sich entsprechend darauf einstellen und eine sichere Heimfahrt organisieren. Öffentliche Verkehrsmittel, Taxis und Übernachtungen sind eindeutig günstiger als die Folgen eines Unfalls oder Führerschein-Entzugs.
- Alkoholische Getränke dankend ablehnen – selbstbewusst “nein” sagen, wenn man noch mit dem Auto fahren muss.
- Keinesfalls mit einem betrunkenen Lenker mitfahren. Besser jemanden anrufen und um Abholung bitten oder ein Taxi nehmen.
- Wenn man das Fahrzeug vor Ort stehen lässt, sollte man sich vergewissern, dass es bis zu seiner Abholung ordnungsgemäß geparkt ist. Keinesfalls im alkoholisierten Zustand umparken.
- Möglichen Restalkohol am nächsten Tag beachten. “Der Alkoholabbau kann weder durch Kaffee, Essen oder eine morgendliche kalte Dusche beschleunigt werden”, erklärt die ÖAMTC-Expertin. Pro Stunde werden in der Leber durchschnittlich 0,1 bis 0,15 Promille abgebaut.
Pressemitteilung des ÖAMTC: Wien, Dezember 2007
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