Verkehrspsychologen wollen “Idiotentest” aus dem Sprachgebrauch verbannen
In der Presse und an Stammtischen wurde die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) unter der Bezeichnung “Idiotentest” bekannt. Seit den 60er-Jahren ist die MPU Bestandteil des deutschen Verkehrsrechts. Nach der dritten nicht bestandenen Führerscheinprüfung ist ein positives MPU-Gutachten für den Erwerb des Führerscheins erforderlich. Jahr für Jahr legen mehr als 100.000 Menschen diesen Test ab.
Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung hat einen Industriezweig geformt. Therapeuten, Verkehrspsychologen oder Verkehrsmediziner sind bei mehreren hundert verkehrsmedizinischen Instituten beschäftigt. Dort werden Vorbereitungskurse für die MPU angeboten und auch der eigentliche Test durchgeführt.
Die Bezeichnung “Idiotentest” ist stark in Verruf geraten. Laut Verkehrspsychologen Hermann Müller ist sie weder zeitgemäß noch hilfreich Vorurteile gegen die Medizinisch-Psychologische Untersuchung abzubauen. Doch der Verband deutscher Verkehrspsychologen setzt sich zur Wehr und mahnt Leute im gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Fokus ab, die nach wie vor die diskriminierende Bezeichnung als Synonym für die MPU verwenden.
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