E10 mit Bioanteil und Autogas vertragen sich gut
Seit Januar 2011 gibt es an deutschen Tankstellen einen neuen Super-Kraftstoff mit der Bezeichnung E10. Dabei handelt es sich um normales, handelsübliches Benzin, dem 10 % Bioethanol beigemischt wurden. Nachdem bereits einige Hersteller wie Ford und Volvo teilweise Probleme mit ihren trivalenten Fahrzeugen hatten, stellt sich die Frage, ob sich der neue Kraftstoff mit Autogas verträgt. Um es vorwegzunehmen: die führenden deutschen Importeure von Gasanlagen sehen kein Problem darin, zum umweltfreundlichen Autogas auch umweltfreundliches Startbenzin zu nutzen.
Mit der Verwendung von E10 werden 10 % des Benzins durch einen aus heimischen landwirtschaftlichen Rohstoffen hergestellten Biokraftstoff ersetzt. So erhöht E10 die Unabhängigkeit unserer Energieversorgung und hilft, die Erdölreserven zu schonen, so die offizielle Verlautbarung der Bundesregierung. Die Beimischung von Bioethanol soll zudem die deutsche Klimabilanz verbessern helfen. Von diesem positiven Effekt ist auch die EU überzeugt. Sie hat die Einführung von E10 für alle Mitgliedsstaaten festgelegt, um den Ausstoß von Treibhausgasen auf der Straße zu senken und die EU-Klimaziele zu erreichen.
In Frankreich schon sehr lange eingeführt
In Frankreich wird Benzin mit 10 % Bioethanol seit April 2009 unter dem Namen „Super Carburant SP95-E10“ angeboten. Dort konnte man keine schlechten Erfahrungen bei der parallelen Nutzung von E10 und Autogas feststellen. Wenn es überhaupt Schwierigkeiten geben kann, dann in der Startphase des noch nicht betriebswarmen Fahrzeugs. Stellt man seinen PKW abends ab, ist man in der Regel mit Autogas gefahren. Das Steuergerät hat sich auf den Gasbetrieb eingestellt und die Adaptionswerte entsprechend angepasst. Startet man am nächsten Tag mit E10, möglichst nach einer kalten Nacht, könnte das theoretisch zu Schwierigkeiten führen, weil sich das Steuergerät erst wieder auf den E10-Betrieb einstellen muss.
Florian Melber vom BRC-Generalimporteur Gasdrive wiegelt aber ab: „Gut eingestellte Autogasanlagen haben damit kein Problem, die Werte müssten noch im Bereich der Adaptionstoleranz liegen. Nur wenn eine Gasanlage, die im Betrieb mit normalem Benzin schon grenzwertig ist, könnte es Probleme geben.“
Das bestätigt auch Prof. Dr. Thomas Heinze, der sich an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes seit Jahren mit Forschungsarbeiten zu Autogas befasst. Zudem weiß er: „Die Problematik liegt in den Dichtungen und Schläuchen des Kraftstoffsystems. Diese müssen Ethanol vertragen, damit das Fahrzeug ohne schädliche Folgewirkungen mit E10 betrieben werden kann. Zwischen den Kraftstoffsystemen für Ottokraftstoffe – also auch E10 – einerseits und LPG andererseits gibt es aber keine in diesem Zusammenhang technisch relevanten Berührungspunkte.“
Für die Zukunft bedeutet das, dass Autogasfahrer noch mehr für die Umwelt tun können. Doch Vorsicht bei älteren Fahrzeugen: Deren Fahrer müssen sich vor dem ersten Betanken mit E10 vergewissern, dass das Fahrzeug den neuen Kraftstoff auch verträgt. Hier empfiehlt die Westfalen AG in Münster bei den Fahrzeugherstellern nachzuhaken und verweist zusätzlich auf die E10-Verträglichkeitsliste, die seit Mitte November auf der Internetseite der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) zu finden ist.
Das bislang angebotene und für alle Benziner geeignete Benzin mit 5 % Bioethanol (E5) erhält Bestandsschutz und bleibt bis mindestens 2013 zusätzlich auf dem Markt.
Quelle:
Der Beitrag wurde uns zur Verfügung gestellt vom AutoGas Journal, Ausgabe Nr. 1 / 2011. S. 17; Autor: Wolfgang Kröger
Link: www.autogas-journal.de – jetzt auch bei Wikipedia!
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